Im Ourgrund wurde am Samstagabend 14/02/2026 bei Klaaf on Dans ausgelassen Karneval gefeiert. Pünktlich um 20.11 Uhr begrüßte Moderator Kevin die erschienenen Jecken in der buntgeschmückten Ourgrundia-Halle in Mackenbach.
Danach ging es Schlag auf Schlag mit dem Programm weiter. Als erstes tanzten sich 28 Kinder als Cowboys und Cowgirls in die Herzen derZuschauer.
Ein absoluter Höhepunkt war natürlich der Einmarsch von Prinzessin Natascha I. (Barth) mit ihren Paginnen Laura (Müllers) und Emely (Maus) und dem gesamten Gefolge.
Die Ourgrunder Tanzbärchen legten einen einen tollen Gardetanz hin.
Der St.Vither Kinderprinz Zim I. (Klinkenberg) machte mit seiner Garde einen Besuch in der Bärenschweiz.
Im Anschluss nahm der Plötschkopp va Pranscheid so manchen Ougrunder aufs Korn.
Der Junggesellenverein Mackenbach suchte das Supertalent, das mit dem stärksten Applaus gekürt wurde.
Die Turboschnecken ließen ihre Flamingos im Schwarzlicht leuchten.
Zum Schluss tanzte der Elferrat ein Medley von Grease, Footloose und Maniac –im Ourgrund steppt halt der Bär. (eb) (Quelle: Grenz-Echo)
Im augenzwinkernden „Bärenschweiz“-Outfit führte Gastgeber und Moderator Edgar Andres sichtbar stolz und hochzufrieden durch ein Programm, das bekannte Größen und aufstrebende Namen des rheinischen Sitzungskarnevals vereinte. Und er machte auch unmissverständlich klar, wofür Mackenbach steht: Respekt vor dem Vortrag. Als einzelne Herren am Samstag lieber die Theke als den Saal suchten, fand Andres deutliche Worte.
Man habe Wartelisten, man habe Verantwortung – und gerade die Disziplinim Saal sei das Markenzeichen der Sitzungen im Ourgrund. „NamhafteRedner und Künstler kommen aus diesem Grund immer wieder nach Mackenbach, das doch fernab der Kölner Hochburgen liegt“, so EdgarAndres.
Als perfekter Eisbrecher erwies sich Dave Davis alias „Motombo Umbokko“.Mit viel Selbstironie und treffsicheren Alltagsbeobachtungen brachte er den Saal schnell zum Lachen. Zwischen Delfinen in Hosen und Kannibalenköchen platzierte Davis seine ernsten Botschaften zu Sprache,Respekt und Alltagsrassismus so geschickt, dass sie wirkten, ohne zubelehren. Lachen und Nachdenken, beides bekam hier seinen Platz.Charmant, souverän und mit feinem Gespür fürs Publikum präsentierte sich Schmitz-Backes. Der Pullunder saß, der Witz ebenso. Comedy, Kabarett und viele kleine Zaubermomente: Sein Auftritt verband Leichtigkeit mit handwerklicher Präzision und entlockte dem Publikum gleichermaßen das Attribut „unglaublich“.
Ein alter Bekannter im Sitzungskarneval ist „WDR-Rampensau“ Oli, der Köbes. Auf der Herrensitzung zeigte er einmal mehr, dass Köbes-Humor nicht unfreundlich, sondern messerscharf und herzlich sein kann. Geschichten aus dem Brauhaus, dem täglichen Wahnsinn zwischen Zapfhahn und Theke, servierte er mit großer Klappe und ehrlichem Charme – genau nach dem Geschmack der Herren. Mit frechem Wortwitz und perfektem Timing gehörten Klaus & Willi auch diesmal zu den sicheren Lachgaranten. Der frechste Affe des Rheinlands ließ keine Pointe aus und nahm wie gewohnt alles und jeden auf die Schippe – rheinisch direkt, aber nie unter der Gürtellinie. Für tänzerische Akzente auf der Herrensitzungsorgte die Fauth Dance Company mit präzisen Choreografien, Dynamik, einem herrlichen Outfit und sichtbarer Bühnenfreude. Einen bewussten Gegenpol setzte Harald Voß alias „Jeck noh Note“. Mit Gitarre, ruhigem Vortrag und kölschen Krätzchen zog er den Saal sofort in seinen Bann. Besonders „Dat es Karneval“, sein musikalisches Vermächtnis an den Vater, wurde zum stillen Höhepunkt, bei dem man eine Stecknadel hätte fallen hören können.
Beeindruckend und überraschend zugleich war der Auftritt von Djavid Sediqi. Trotz seiner stundenlangen Anreise durch Schnee und Eis erzählte ermit Leichtigkeit, Selbstironie und scharfem Blick auf Migration, Integrationund deutsche Bürokratie seine Lebensgeschichte. „Muslim light“,Mettbrötchen, die für „Beef mit Allah“ sorgten, und Amtserfahrungen als Mitarbeiter der Arbeitsagentur: Sediqi hielt so manchem den Spiegel vor und räumte mit tollem Wortwitz gleichsam mit Vorurteilen auf. Ein Auftritt, derzeigte, wie zeitgemäß Sitzungskarneval sein kann. Ebenfalls mit klaremBlick von außen – nämlich aus Sicht der USA – überzeugte John Doyle. Seit über 25 Jahren im Rheinland zu Hause, staunte er noch immer über deutsche Eigenheiten und machte daraus treffsichere, lebensnahe Geschichten. Seine deutsch-amerikanischen Beobachtungen trafen hierbei genau den Nerv des Publikums.
Die Damensitzung setzt mit vielseitiger Unterhaltung eigene Akzente.
Auch musikalisch blieb kein Wunsch offen, als die DomPiraten bei der Herrensitzung die Bühne enterten. Als seit Jahren bekannte Stimmungsgaranten waren sie auch diesmal wieder mitreißend, lautstarkund voller kölschem Jeföhl. Spätestens hier hielt es keinen Vertreter des „starken Geschlechts“ mehr auf den Stühlen. Die Damensitzung setzte zusätzliche Glanzpunkte: Tobi van Deisner, der eigens aus Ulm angereist war, kombinierte Comedy, Kabarett und Artistik zu einer ebenso absurden wie faszinierenden Show. Der Höhepunkt war ein gigantischer Ballon, indem er komplett verschwand – Staunen und Lachkrämpfe inklusive. Ein echtes Bühnen-Highlight lieferte Hildegart Scholten. Als „Mutter am Telefon“ oder bei der verzweifelten Männersuche zeigte sie sich als Meisterin des Moments. Sprachlich präzise, musikalisch stark und mit enormer Bühnenpräsenz verwandelte sie Alltagsabsurditäten in große Comedy-Kunst.
Für Slapstick und visuelle Gags sorgten die Revo Boys, die als Putzi Sisters mit perfektem Playback und Timing begeisterten – Saarländisches Fernsehen live, aber mit direktem Draht ins Publikum. Den emotionalen Schlusspunkt der Damensitzung setzten die Fidele Kölsche. Mit über 50 Mitwirkenden, Traditionsuniformen, Mitsinggarantie und echtem Kölsche-Gefühl pur. Wenn „Echte Fründe“ und „Wenn et Trömmelche jeht“ erklingen, singen Generationen gemeinsam. Somit bleibt am Ende ein klares Fazit: Trotz Schnee- und Eischaos waren diese beiden Sitzungen ein starkes Signal für den Eifeler Karneval.
Die nächsten Damen- und Herrensitzungen finden am 2. Januar 2027 um 19Uhr und am 3. Januar 2027 um 10 Uhr statt. Edgar Andres versprach bereits jetzt „tolle Knüller“ – und nach diesem Wochenende glaubt man ihm jedesWort. Karten zum Preis von 33 Euro gibt es im Vorverkauf unter der Telefonnummer 080/221 354. (Kontonummer: BE72 1030 9616 0616)
(Text und Fotos vom Grenz-Echo)